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Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) für KMU: Was rechtlich gilt, und wo die Stolperfallen liegen
Allgemeine Geschäftsbedingungen, kurz AGB, sind aus dem modernen Geschäftsleben kaum wegzudenken. Sie regeln Zahlungsfristen, Haftungsausschlüsse, Lieferbedingungen und vieles mehr — und sollen das Unternehmen im Streitfall absichern.
Doch viele AGB erfüllen genau diesen Zweck nicht, weil sie fehlerhaft eingebunden oder rechtlich angreifbar sind.
Was gilt rechtlich für AGB in der Schweiz?
Das Schweizer Recht kennt keine spezifische AGB-Kontrolle wie etwa das deutsche Recht — trotzdem sind Grenzen gesetzt. Das Obligationenrecht schützt Vertragsparteien vor ungewöhnlichen und unzumutbaren Klauseln.
Die Ungewöhnlichkeitsregel
Wer AGB akzeptiert, stimmt nur dem zu, womit er vernünftigerweise rechnen musste. Überraschende oder stark benachteiligende Klauseln gelten als nicht vereinbart — auch wenn sie klein gedruckt unterschrieben wurden. Beispiel: Eine Klausel, die in den AGB eines Reinigungsdienstes plötzlich eine Haftungsübernahme für Schäden an Nachbarwohnungen vorsieht, wäre überraschend — und damit unwirksam, selbst wenn der Kunde formal unterschrieben hat.
Häufiger Fehler: Falsche Einbindung bei Online-Verträgen
Gerade bei Webshops und Online-Bestellungen wird oft ein entscheidender Punkt übersehen: AGB müssen dem Kunden vor Vertragsabschluss zur Kenntnis gebracht werden — nicht erst danach (z.B. in der Bestellbestätigung).
✓ Korrekt: Checkbox "Ich akzeptiere die AGB" vor dem Bestellbutton, mit Link zu den AGB
✗ Unwirksam: AGB nur in der E-Mail-Bestätigung nach dem Kauf erwähnt
Fehlt die korrekte Einbindung, gelten die AGB im Streitfall oft als nicht Vertragsbestandteil — selbst wenn sie inhaltlich einwandfrei sind.
Für KMU bedeutet das:
Gut gemeinte AGB können im Ernstfall wirkungslos sein, wenn sie nicht sorgfältig auf die eigene Geschäftstätigkeit abgestimmt sind. Häufige Schwachstellen sind:
✓ Pauschale Haftungsausschlüsse — oft zu weitreichend formuliert und daher unwirksam
✓ Einseitige Änderungsvorbehalte ohne Ankündigungsfrist
✓ Unklare Zahlungsbedingungen
✓ Fehlende oder falsche Einbindung beim Vertragsabschluss
✓ Klauseln, die einfach von Vorlagen kopiert wurden — ohne Bezug zur eigenen Branche
Wann sollte ich meine AGB prüfen lassen?
✓ Bei der Gründung, vor dem ersten Kundenkontakt
✓ Wenn Sie Vorlagen aus dem Internet verwendet haben
✓ Bei Erweiterung des Geschäftsmodells (z.B. neue Vertriebskanäle, Online-Shop)
✓ Nach Gesetzesänderungen im jeweiligen Bereich
✓ Wenn es bereits zu Reklamationen oder Streitigkeiten kam
Was kostet eine AGB-Prüfung oder -Erstellung?
Die Kosten hängen vom Umfang ab — eine Prüfung bestehender AGB ist meist günstiger als eine Neuerstellung. Bei LexAssist® erhalten Sie eine Kosteneinschätzung bereits in der kostenlosen Erstabklärung.
Bei LexAssist® erstellen oder prüfen erfahrene Juristen Ihre AGB — branchenspezifisch, rechtssicher und verständlich formuliert.
Denn AGB, die niemand versteht, schützen auch niemanden.
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